Thorsten, wie hat unsere Sektion abgeschnitten?
Wir sind super zufrieden! Als Alpenverein sind wir naturgemäß viel in den Bergen unterwegs, aber unsere Mitglieder haben bewiesen, dass sie auch auf zwei Rädern im Flachland ordentlich Höhen- und Kilometerfresser sind. Wir konnten uns im lokalen Ranking weit vorne platzieren. Die 29 aktiv Radelnden haben zusammen 11.656 km gesammelt und damit 1.912 kg CO₂ vermieden. Das reichte für den 6. Platz in der Gesamtwertung und Platz 2 unter den Vereinen und Verbänden. Es hat riesigen Spaß gemacht zu sehen, wie die Kilometermarke von Tag zu Tag weiter nach oben geklettert ist!
Du bist im dreiwöchigen Stadtradel-Zeitraum fast 1000 km in der Region gefahren. Ist dir dabei etwas besonders aufgefallen?
Positiv ist, dass es in und um Aschaffenburg mittlerweile wirklich wunderschöne Strecken gibt – besonders entlang des Mains oder auf den Wegen in Richtung Spessart oder Odenwald. Auch das Bewusstsein im Stadtverkehr wandelt sich spürbar: Immer mehr Menschen steigen fürs Pendeln oder Einkaufen aufs Rad um und die gegenseitige Rücksichtnahme der Autofahrer wird gefühlt Schritt für Schritt besser.
Leider gibt es aber immer noch deutliche Lücken im Radnetz. An manchen Stellen endet der Radweg abrupt im Nichts oder schmale „Schutzstreifen“ verlaufen direkt neben dem dicht vorbeirauschenden Verkehr. Auch der Zustand mancher Beläge – Wurzelaufbrüche und Schlaglöcher – zeigt, dass noch einiges an Arbeit vor uns liegt, damit Radfahren nicht nur umweltfreundlich, sondern überall durchgehend sicher ist.
Ein starkes Fazit. Was nimmst du für die Zukunft mit?
Das Fahrrad ist schlicht die beste Ergänzung zum Bergsport – für die Ausdauer und für die Umwelt. Die 1.000 Kilometer stecken zwar in den Beinen, aber die Motivation, das Auto noch öfter stehenzulassen, ist größer denn je!
Mein besonderer Dank gilt unserem Kooperationspartner „Radhaus Aschaffenburg“ für die Stiftung der Preise für die drei fleißigsten Kilometersammler in unserem Team.
Jürgen, 1.843 km! Wie schafft man das in drei Wochen Stadtradeln?
Jedes Jahr reisen meine Frau und ich mit dem Rad durch Europa – dieses Jahr sind wir um die Ostsee geradelt. Von Deutschland nach Dänemark, Schweden, Finnland und die Baltischen Staaten bis nach Polen.
Welche Unterschiede sind dir zu Aschaffenburg in der Rad-Infrastruktur in den Städten oder Ländern unterwegs besonders aufgefallen und wie ist das Miteinander von Verkehrsteilnehmern in anderen Regionen?
Die Radinfrastruktur war größtenteils gut bis sehr gut entwickelt, bei neu renovierten Straßen wurden auch immer Radwege mit angelegt.
Es war auffällig, dass in allen Staaten das Miteinander der Verkehrsteilnehmer sehr gut funktioniert. Fußgänger und Radfahrer respektieren einander und nehmen gegenseitig Rücksicht, wie es sich gehört. Keiner pocht auf (fiktive) Rechte. So kann es auch gehen.
Interview: Silke Jaxtheimer-Elter