Kurzprotokoll der Mitgliederversammlung am 19. Mai 2026
Die Mitgliederversammlung 2026 der DAV-Sektion Aschaffenburg fand am 19. Mai 2026 im Pfarrsaal der Herz Jesu Kirche statt. Anwesend waren 51 stimmberechtigte Mitglieder, womit die Versammlung beschlussfähig war. Nach der Eröffnung durch den 1. Vorsitzenden Markus Kunkel wurde der seit der letzten Mitgliederversammlung verstorbenen 16 Mitglieder gedacht.
Jahresbericht und Finanzen
Markus Kunkel berichtete, dass die Sektion 2025 um 3,4 % auf 10.577 Mitglieder (Stand Januar 2026) gewachsen ist, womit das Wachstum etwas unter dem DAV-Gesamtdurchschnitt von 4,3 % lag. Die Umstellung der Mitgliedszeitschrift „Mitteilungen" auf ein digitales Format findet große Zustimmung; über Newsletter und Social Media werden regelmäßig rund 6.000 Abonnenten erreicht. Schatzmeister Dr. Peter Sickenberger stellte eine erfreuliche Jahresrechnung 2025 vor: Auf Basis der noch vorläufigen Zahlen stehen den Gesamteinnahmen von 1,246 Mio. EUR Ausgaben von 1,169 Mio. EUR gegenüber, woraus ein Jahresüberschuss von 77 TEUR (vorläufig) resultiert. Auf die Gesamtbetrachtung schließt sich ein ausführlicher Bericht über die Einnahmen und Ausgaben in den verschiedenen Segmenten des Vereins an. In seinem Fazit hebt der Schatzmeister hervor, dass der Verein finanziell solide aufgestellt ist. Er hat keine Schulden und hohe Reserven gebildet.
Der Haushaltsplan 2026 mit einem geplanten Jahresergebnis von 65 TEUR wurde von den Mitgliedern einstimmig angenommen. Die Jahresrechnung des Schatzmeisters für 2025 kann von interessierten Mitgliedern in der Geschäftsstelle angefordert werden. Eine E-Mail an info@alpenverein-aschaffenburg.de genügt.
Im anschließenden Bericht von Torsten Dehniger über die Rechnungsprüfung bescheinigt der Rechnungsprüfer nachvollziehbare Ein- und Ausgaben; die Buchführung durch die Steuerkanzlei wurde als ordnungsgemäß befunden. Der Vorstand wurde daraufhin einstimmig entlastet.
Sportklettern und Mountainbike
Der 2. Vorsitzende Karl-Heinz Brosig informierte über ein vielfältiges Sportjahr und die zahlreichen Klettergruppen der Sektion. Im Bereich Sportklettern erzielte die Sektion herausragende Ergebnisse: Rosalie Schaupert wurde Weltmeisterin im Paraclimbing und gewann drei Weltcup-Titel. Das Kletter- und Boulderzentrum (KBZ) verzeichnete 46.000 Eintritte und feierte im Oktober 2025 sein 10-jähriges Bestehen mit einem erfolgreichen Tag der Offenen Tür. Im Klettergarten Bessenbach gibt es mittlerweile ca. 100 Routen. Auch im Klettergarten auf einem Privatgelände in Heigenbrücken, das exklusiv von unseren Mitgliedern genutzt werden darf, werden vermehrt Routen geschraubt.
Im Bereich Mountainbike wurden am Hahnenkamm rund 26.000 Trailabfahrten in der Saison 2025 gezählt. Hinsichtlich einer neuen Kletterhalle stießen die Ideen der Sektion im Sportsenat auf Wohlwollen; die Planungen laufen parallel dazu auch mit dem aktuellen Vermieter.
Inklusion und Sektionsgruppen
Martina Czinki stellte die Arbeit der Inklusionsgruppe BeHappy vor, die rund 20 Mitglieder mit verschiedenen Einschränkungen umfasst und monatlich im KBZ trainiert. Darüber hinaus bestehen Sportarbeitsgemeinschaften mit drei Förderschulen. Als neues Projekt wird im Umfeld der Kletterpfeiler in Waldaschaff Honig produziert und verkauft, dessen Erlös der BeHappy-Gruppe zugutekommen soll.
Die Familiengruppe war im vergangenen Jahr mit vielfältigen Aktivitäten aktiv, darunter Klettern, Kanufahren auf dem Main, Biwaking im Spessart und ein Wochenende in der Fränkischen Schweiz. Für die Gruppenleitung werden weiterhin Freiwillige gesucht.
Die Seniorengruppe trifft sich regelmäßig jeden dritten Dienstag im Monat zum Wandern; 2025 wurden zehn Wanderungen mit jeweils 20 bis 30 Teilnehmenden durchgeführt. Höhepunkt war eine Busfahrt nach Andernach und Maria Laach. Für 2026 ist erneut ein Busausflug geplant.
Die Wandergruppe führte 2025 zwölf Wanderungen mit insgesamt 265 Teilnahmen durch. Besonders gut besucht waren die Halbtagstour bei Schweinheim mit 36 und die Hochtour am Spessartrand mit 30 Teilnehmenden.
Im Bereich Vorträge setzt die Sektion künftig verstärkt auf Sektionsabende mit Kurzvorträgen von Mitgliedern im Kletter- und Boulderzentrum (KBZ), da überregionale Vortragsreihen durch den schrumpfenden Sektionenverbund immer kostspieliger werden. Dennoch soll es weiterhin Vortragsveranstaltungen im Martinushaus geben.
Der Wegereferent Josef Sickenberger berichtete über zwei Kontrollgänge und Arbeitseinsätze am Aschaffenburger Höhenweg sowie die Winterfestmachung des Aschaffenburger Biwaks. Für 2026 sind Wegmarkierungen geplant.
Wahl
Marko Kopljar wurde einstimmig zum neuen Jugendreferenten in den Vorstand gewählt. Der 25-Jährige absolvierte 2019 ein FSJ im KBZ und ist ausgebildeter Indoor Trainer C und Routenbauer.
Anträge
Das Mitglied Robin Weber hatte Fragen zur „Defizitsteuerung und Zweckmäßigkeit der Mittel“ insbesondere im Hinblick auf das Kletter- und Boulderzentrum (KBZ) eingereicht. Der Schatzmeister betont bei der Beantwortung der Fragen, dass Defizite Im Kletterzentrum von Beginn an bestehen und diese strukturell bedingt seien: Das KBZ diene in erster Linie als Sporthalle für die Mitglieder und Sektionsgruppen. Dafür möchte man eine gute Hallenqualität bieten u.a mit langen Öffnungszeiten, gutem Routenbau und die Führung durch ein professionelles Team. Mehreinnahmen seien möglich durch mehr Fremdveranstaltungen wie Geburtstagsangebote, dadurch gäbe es aber Einschränkungen in den Nutzungszeiten für die Mitglieder, was nicht erwünscht sei. Die moderat bepreisten Aktivitäten der Mitglieder und Gruppen hätten Priorität. Dadurch seien aber die Möglichkeiten der Kostenüberwälzung begrenzt. Die Defizitsteuerung erfolgt durch die Aufstellung eines tragbaren Jahresbudgets und regelmäßiges Monitoring auf Basis von Monatszahlen. Mehrmals im Jahr gibt es einen Runden Tisch von Kletterhallenleitung und Vorstand. Auf die Frage nach „Rücklagen und Zweckbindung für ein neues Kletterzentrum“ antwortet der Schatzmeister, dass es bisher keine Zweckbindung der Rücklagen für ein neues KBZ gebe. Die Rücklagen haben auch ohne Bezug auf ein neues KBZ eine vom Vereinszweck gedeckte und betriebswirtschaftlich sinnvolle Bindung, u.a. zur Wiederbeschaffung der eingebauten Kletteranlagen. Grundsätzlich wären die Rücklagen - zumindest zum Teil - aber auch für ein neues KBZ einsetzbar.
Ausblick
Markus Kunkel kündigte mehrere Maßnahmen zur Stärkung des Vereinslebens an: Am 13. Oktober 2026 findet eine offene Vorstandssitzung für alle Mitglieder statt, im Laufe des Jahres soll ein „Arbeitskreis Ehrenamt" für Freiwillige gegründet werden, und für November ist ein Begrüßungsabend für Neumitglieder geplant. Die Einladungen erfolgen über den Newsletter-Verteiler und die „Digitalen Mitteilungen“.
Protokoll: Silke Jaxtheimer-Elter